# 58 Zeitraffer: Faszinierende Abläufe zwischen Bild und Film mit Gunther Wegner

Shownotes

Die größte Herausforderung in der Zeitraffer-Fotografie ist der nahtlose Übergang vom Tag in die Nacht, an dem selbst große Produktionsfirmen wie die BBC lange scheiterten. Wegner löste das Problem, indem er die Software LRTimelapse entwickelte, die Belichtungssprünge auf Raw-Ebene automatisch ausgleicht. Flackernde Bilder durch klemmende Blendenlamellen, staubige Laptops in der afrikanischen Hitze, drei Kameras gleichzeitig nachregeln – seine Projekte lesen sich wie Abenteuerberichte. Heute nutzen Naturfilmer und Baustellenfirmen sein Werkzeug.

Hier geht es zu Gunther Wegners Homepage.

00:00:10 Einführung in die Zeitraffer-Fotografie

00:03:44 Praktische Motive für Zeitraffer

00:05:54 Stressige Aufnahmen in Afrika

00:11:37 Automatisierung der Kameraeinstellungen

00:13:37 Entwicklung von Software für Zeitraffer

00:19:57 Unterschiede zwischen Zeitraffer und Zeitlupe

00:24:02 Kunden und Anwendungen für Zeitraffer

00:28:31 Einstieg in die Zeitraffer-Fotografie

00:36:07 Abschluss und Ausblick auf die Community

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Transkript anzeigen

00:00:00: Jeder, der ein einzelnes Bild von so Nordlicht aufgenommen hat, sagt dann ja das sieht schön aus.

00:00:04: Aber irgendwie gibt es überhaupt nicht das wieder was ich da empfunden habe weil die Nordlichter leben ja von der Bewegung und dann liegt es total nahe zu sagen wir machen jetzt einen Zeitraffer.

00:00:14: Wenn Gunther Wegner fotografiert reichen dann seine Speichermedien?

00:00:19: Willkommen bei Klick Boom Flesch dem Podcast des Magazins Citi Fotografie mit Judy Hohmann und Gästen.

00:00:27: Hallo da draußen hier ist wieder Judy Homan Heute mit einem Thema, das aus dem Munde eines Teenagers wohl am ehesten mit dem Wort satisfying zu beschreiben ist.

00:00:36: Es geht um Zeitraffer – ihre beruhigende Wirkung in dem alles was eigentlich langsam ist schnell wird ohne hektisch zu wirken!

00:00:43: Wie das funktioniert?

00:00:44: Das verrät uns heute Fotograf und Zeitrafferspezialist Gunther Wegner.

00:00:49: Hallo und willkommen gunter.

00:00:51: Hallo Judith, freut mich sehr dass ich heute bei euch in dem Podcast sein darf und ein bisschen über meine Leidenschaft die Zeitrafferfotografie erzählen kann.

00:01:01: Wenn du dich jetzt ganz schnell entscheiden müsstest, sind Zeitraffer Filme oder Fotografie?

00:01:06: Also es ist genau dazwischen.

00:01:08: Das ist ja gerade das was es so spannend macht und das ist eigentlich auch gerade dass wie ich überhaupt zum Zeitraffer gekommen bin also vor fünfzehn Jahren ungefähr oder vielleicht sogar noch ein bisschen länger da waren ja die Filmkameras noch relativ schlecht.

00:01:21: wir hatten eigentlich mit normalen Bordmittel in kaum die Möglichkeit so tolle Videos aufzunehmen wie sie heute im Grunde genommen jedes System Kamera ermöglicht.

00:01:30: Das heißt, das war sehr rudimentär.

00:01:32: Die Spiegelreflexkameras damals konnten gar keine Filme aufnehmen.

00:01:35: D.h.,

00:01:35: man konnte mit Videokameras arbeiten und ich hab damals schon leidenschaftlich fotografiert und wollte dann auch gerne heute würde man sagen Motivisionsshows machen, dass man halt so Bilder hintereinander reiht.

00:01:47: aber eigentlich hätte ich gerne die gleiche Qualität, die ich in den Fotos hatte, auch in den Videos gehabt Und also ging halt mit den damaligen Videokameras nicht.

00:01:56: Also habe ich überlegt nimm doch die Spiege Reflex mit dem tollen Objektiv und macht damit halt ganz viele Bilder.

00:02:02: Und baut die dann zusammen zu einem Film, weil das hat ja dann die gleiche Qualität wie das Foto im Grunde genommen nur als Video eben, weil es diese Möglichkeiten damals noch nicht gab.

00:02:13: So fing das alles an!

00:02:15: Und Zeitraffer haben wir aber schon eine andere Anmutung, magst du dazu mal was sagen?

00:02:19: Wobei auch da gehe ich eigentlich immer von so ein bisschen vom fotografischen Blickwinkel aus.

00:02:25: Ich beschreibe das immer so ganz gerne wie... ich weiß nicht, wenn kennste Harry Potter.

00:02:30: Die haben in dieser Harry Potter-Welt, da haben sie an den Wänden Bilder hängen die sich bewegen.

00:02:35: Das sind nicht statisch so und das war ein bisschen das was mich immer so ein bisschen angetrieben hat.

00:02:39: wir haben eigentlich einen Foto und eben kein Video sondern wir haben ein Foto mit all dem Möglichkeiten die uns die Fotografie bietet.

00:02:46: dass bewegt sich aber so ein klein bisschen.

00:02:48: wie du vorhin eingangs schon sagst Zeitraffer sind ja überhaupt nicht hektisch sondern die sind ja zumindest Das was ich mache, das ist ja ruhig.

00:02:56: Und das zeigt ja irgendwie im Grunde genommen ein Bild, was sich dann im Laufe der Zeit verändert.

00:03:00: Wenn ich einen Bild von einem Sonnenuntergang sehe... Ja!

00:03:03: Dann ist es statisch und seh' ich halt die Sonne wie sie jetzt gerade in diesem einen Moment aussieht?

00:03:08: Wenn ich aber eine Zeitraffer davon mache, dann soll er ja nicht irgendwie schnell und hektisch sein sondern dann würde ich sehen, wie diese Sonne majestätisch im Meer versinkt und wie sich dann die Wolken ändern und wie die Lichtstimmung ändert alles das, was zum Einen in dem Foto nicht sichtbar ist Zum anderen in dem Moment, in dem ich da bin eigentlich auch nicht so wahrnehme.

00:03:27: Da sehe ich zwar als Mensch ja okay jetzt sieht es so aus und wenn ich dann zehn Minuten warte sieht das anders aus.

00:03:33: aber diesen Übergang dann wirklich zu visualisieren Das ist das was es für mich so faszinierend macht Und dass trotzdem hinterher eine absoluten Ästhetik abzuspielen wo man so ganz langsam sieht wie sich das verändert.

00:03:44: Aber man sieht es halt was man ja in der Realität eben nicht sieht.

00:03:47: Also es geht ja eigentlich um Abläufe, was würdest du denn sagen sind dann praktische Motive dafür?

00:03:52: Ja zum Beispiel eben diese Dinge wie sich eine Lichtstimmung ändert.

00:03:57: Wie zb Schattenwandern bei dieser klassischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.

00:04:02: das ist ja das eigentlich wo auch der Landschaftsfotograf losgeht.

00:04:06: er will ja diese Stimmungen haben wo das Licht toll ist.

00:04:09: Und das gleiche ist im Grunde genommen das was der Zeitraffer fotograf sucht.

00:04:14: Der sucht eigentlich ein perfektes Landschaftsbild, möchte das aber noch in diese dritte und vierte Dimensionen heben sodass sich das halt so leicht verändert während man es betrachtet.

00:04:24: Das ist eigentlich immer meine Zielsetzung gewesen.

00:04:27: also kommen von der Landschaftsphotografie zu sagen okay wie entwickelt sich das?

00:04:31: Das kann also in der Wüste ein Baum sein, den da steht und ganz dramatische Schatten wirft.

00:04:36: Und dann sieht man halt einfach wie diese Schatten im Laufe der Zeit wandern.

00:04:40: Mein Ziel ist eigentlich immer weniger is mehr!

00:04:42: Mich spricht jetzt nicht an wenn man mitten am Tag irgendwo eine Landschaft hat und dann flitzen die Wolken einfach nur schnell entlang statt halt langsam... Also das ist dann relativ langweilig.

00:04:53: Man will schon bisschen mehr Entwicklung sehen in so einem Zeitraffer.

00:04:57: mehr Entwicklung bedeutet aber manchmal auch mehr Zeit.

00:05:00: Ja klar,

00:05:01: das ist immer.

00:05:01: ich vermute du möchtest darauf hinaus.

00:05:03: wie lange muss man dem Gottes willen da sitzen bis wir diese ganzen Aufnahmen gemacht haben?

00:05:08: und ich kann dir sagen ja aber es ist tatsächlich so dass es eigentlich nicht langweilig wird.

00:05:14: also ich habe das noch nie erlebt bei dieser Art Aufnahme irgendwie langweilig geworden ist.

00:05:19: Also erstens, es ist natürlich eine tolle Entschleunigung von unserem hektischen Leben was wir heutzutage haben von einer Problemlösung und einer Geschichte zur nächsten.

00:05:29: aber mal unabhängig davon Man schafft sich ja neue Probleme auch, wenn man das macht.

00:05:34: Man arbeitet dann nicht nur mit einer Kamera die man dann hingestellt hat und sagt okay so jetzt möchten wir hier den Sonnenuntergang aufnehmen.

00:05:41: Sobald die steht und sobald sie läuft fange ich ja schon an die nächste Kamera hinzustellen der Winkel vielleicht noch mal in die andere Richtung und dann vielleicht ein paar behind the scenes Aufnahmen mit dem Handy machen.

00:05:53: es ist selten dass mir langweilig wird und einer der Gründe, weshalb ich eigentlich überhaupt so tief in diese Materie eingestiegen bin.

00:06:02: war eben dieser Stress, der dann plötzlich entstanden ist als ich angefangen habe damals vor zehn bis fünfzehn Jahren mich mit dieser Thematik zu beschäftigen.

00:06:11: Damals hatten wir von NHK.

00:06:14: das ist ein japanischer Fernsehsender Producer irgendwie Broadcaster.

00:06:19: die wollten halt von uns Milchstraßenaufnahmen haben die sollten in Afrika Namibia und Botswana aufnehmen ohne irgendwas also ohne menschliche Interaktion.

00:06:29: die wollten einfach nur Milchstrasen aufnehmen Und davon wollten sie irgendwie fünfzehn Minuten im Zeitraffer.

00:06:34: Fünfzehn-Minuten-Zeitraffer ist wahnsinnig, Wahnsinnig viel!

00:06:39: Also sind wir für vier Wochen damals nach Afrika gereist und haben dann angefangen diese Aufnahmen zu machen.

00:06:45: Man hat ja auch nur begrenzte Zeiten und wir wollten da neben den Milchstraßen noch... die Sonnenuntergänge halt aufnehmen.

00:06:52: Also haben wir dann mit drei Kameras gearbeitet, um dieses ganze Material überhaupt produzieren zu können.

00:06:57: und das war so stressig weil du musst dir ja vorstellen ein Zeitraffer tagsüberzumachen ist einfach Du stellst die Kamera hin, wässt ihr halt irgendwie fünfhundert Bilder aufnehmen?

00:07:06: Mit einem bestimmten Intervall also dass es der Abstand zwischen den Aufnahmen sagen wir mal fünf Sekunden So und dann kannst du das hinterher als Film abspielen.

00:07:14: vereinfacht gesagt Wenn du aber jetzt einen Sonnenuntergang machst dann stellst du deine Kamera ein im M-Modus und dann dauert es halt vielleicht zehn Minuten, und dann stimmen die Einstellungen aber nicht mehr.

00:07:24: Das heißt, das wird zu dunkel.

00:07:26: Deine Bilder werden dann unterbelichtet.

00:07:28: Wir haben ja ... Wenn man sich das mal fotografisch vorstellt, du fängst tagsüber an, dann belichtest du vielleicht mit einer hundertste und einer ISO-hundert.

00:07:36: um es jetzt einfach mal einfach zu sagen, wenn du aber nachts die Aufnahme machen willst, um diesen Übergang zu haben, dann beliechtest du ja vielleicht mit zwanzig Sekunden und einer ISO-three thousand two hundred.

00:07:47: so wie kriegen wir diesen Üergang hin?

00:07:49: Und das haben wir am Anfang manuell gemacht.

00:07:51: Das ist das was man in der Zeit der Zeitrafferfotografie, den heiligen Graal damals genannt hat.

00:07:58: Weil selbst die großen Produzenten wie die BBC und alle mit solchen Techniken ihre ganzen Naturdokumentationen da gab es ja schon immer Zeitraffa drin.

00:08:08: aber die haben das nicht hingekriegt einen perfekten Übergang vom Tag in die Nacht zu kriegen.

00:08:12: was haben sie gemacht?

00:08:13: Die haben tagsüber etwas aufgenommen und haben dann einfach so eine Überblendung im Video gemacht.

00:08:18: wenn man sich alte BBC-Dokumentations anschaut von vor zwanzig Jahren, dann sieht man das.

00:08:23: Ich habe damals halt angefangen mit diesem Thema zu beschäftigen und gesagt nee ich möchte es eigentlich richtig machen!

00:08:29: Ich möchte diesen Übergang, ich möchte diesen heiligen Graal knacken und hab dann halt angefange dieser Technik auszuprobieren.

00:08:35: okay was passiert denn wenn nicht im M-Modus einfach die Kamera nachregle?

00:08:39: Alle, keine Ahnung.

00:08:40: alle zehn Minuten ändere ich einfach die Einstellung.

00:08:42: Dann habe ich hinterher.

00:08:43: im Ergebnis wenn ich das als Film ausgebe hab' ich dann hinter so ein Pumpen weil ja es wird ja quasi immer bei den Sonnenuntergangs wird ja dunkler und dann stelle ich nach, dann springt er die Helligkeit wieder.

00:08:54: Dann wird's wieder dunkler, dann stell dich nach, da springt die Helligkeit.

00:08:57: Das heißt sie hat dann hinterher immer so einen Zickzack wie eine

00:08:59: Treppe.

00:09:00: Wie so ne Treppe genau!

00:09:01: Und dann habe ich ja angefangen damals ein Programm zu schreiben, das LR Timelapse was halt heute immer noch von den meisten Zeitrafferfotografen verwendet wird.

00:09:11: und eine der ersten Aufgaben die ich da zu lösen hatte war eben diese Treppen rauszurechnen.

00:09:15: Das heißt ich habe auf einer Raw-Dateibasis angefangen Entwicklungseinstellung für Leiterum zu manipulieren um diese Treppe herauszurechenen.

00:09:24: also man kann sich da so vorstellen dass es eigentlich eine spiegelbildliche Treppe oben drüber gelegt wird die dann halt immer da wo das Bild dunkler wird den Belichtungsregler im Leitraum automatisch hochzieht.

00:09:36: Und da man sowas ja nicht manuelle Leitung machen möchte, habe ich damals halt ein Programm geschrieben was diese Schnittstellen-Dateien für Leitungen das sind diese kleinen xmp Dateien die Leitung für jede Raw Datei schreibt die einfach so zu manipulieren dass sie halt automatisch diese Belichtung an Passungen gemacht hat So, und dadurch konnte ich dann hinter der superglatte Übergänge machen.

00:09:56: Der heilige Grahl war im Grunde genommen gelöst.

00:09:58: Ich hatte aber immer noch das Problem, dass manuell nachregeln musste.

00:10:02: Und jetzt waren wir wieder zurück zu der Afrika-Geschichte.

00:10:05: Da waren in Afrika, kannst du dir vorstellen drei Kameras?

00:10:08: In Afrika geht halt... Equator nah, die Sonne super schnell runter.

00:10:12: Das heißt du bist im Grunde genommen die ganze Zeit dabei im Dreieck zu rennen von einer Kamera zunächst nachzuregeln und du musst ja auch ganz ruhig sein dann nachregeln damit du nicht verwackelst.

00:10:21: Du musst dir die Kamera so nachstellen dass danach der nicht der Bildausschnitt ein bisschen verschoben ist weil dann kannst das Ganze in die Tonne kloppen.

00:10:29: Es war mega stressig und ich hab das damals mit meiner Frau zusammengemacht.

00:10:34: Die wusste dann ja auch, wie man Kameras nachregelt aber entspannt war das nicht!

00:10:38: Und die ist zum Thema Langeweile.

00:10:39: Wir hatten dann irgendwie unser Lagerfeuer da und haben die Kamera so ein bisschen abseits vom Feuer hingestellt.

00:10:44: Das heißt sie waren noch nicht direkt an der gleichen Stelle und wir waren nur am Hin- und Herrennen.

00:10:49: Naja heute ist es ein bisschen entspannter.

00:10:51: Ich habe mich damals... Hab damals gedacht, da müsste man irgendwie per App steuern können.

00:10:56: dann halt verschiedene Hersteller von solchen Kamerasteuerungs-Apps, mich mit denen in Verbindung gesetzt habe gefragt.

00:11:01: Könnt ihr nicht irgendwie sowas einbauen?

00:11:02: Ich sage euch genau was ihr machen müsst!

00:11:04: Ihr müsst einfach nur das Histogramm analysieren.

00:11:06: ich schicke euch dafür eine Formel.

00:11:07: die hat dich schon entwickelt und wenn ihr seht dass Histogramme das läuft so ein bisschen nach links oder es läuft halt rechts raus da muss die Kamera entsprechend nach geregelt werden.

00:11:16: Ja und dann hab' ich halt damals mit dem Solter Newby der dieses DSLR Dashboard Tool fürs Handy oder für Tablet halt entwickelt hat.

00:11:23: Damals er hat gesagt ja mach ich Und dann haben wir halt hin und her.

00:11:27: Ich hab dem das Konzept geschickt, der hat es eingebaut.

00:11:30: Das war eine der ersten Lösungen.

00:11:31: Es gibt mittlerweile auch ein zwei andere aber eine der ersten Lösungen womit man das so automatisieren konnte dass die App dann die Helligkeit analysiert, der tatsächlichen Bilder die sie kriegt und dann entsprechend das Signal an die Kamera gibt stell mal nach.

00:11:46: Dann wurde es entspannter auf jeden Fall!

00:11:50: Wow da hast du echt ne Reise hinter

00:11:53: dir.

00:11:55: Aber was machst du denn, wenn das ein Projekt wäre wie eine Tulpe die wächst?

00:12:01: Dann bist du ja gleich mal so richtig lang dabei oder ein Baum über die Jahreszeiten hinweg.

00:12:05: Man kann doch nicht seine Kameraausrüstung übern Jahr irgendwo stehen lassen.

00:12:09: Das sind diese Langzeitzeitraffer, die findest du aber in der Regel dann tatsächlich auch wirklich nur in sehr aufwendigen Produktionen.

00:12:16: also da sind wir wieder bei solchen BBC-Naturproduktionen, die sowas machen.

00:12:20: Du kannst davon ausgehen wenn du das siehst und sowas siehst eine Tulpe die aufgeht.

00:12:24: dass ist immer im Studio gemacht.

00:12:27: Das wird niemals draußen funktionieren, einfach weil du draußen ständig wandelnde Lichtsituationen hast.

00:12:33: Dann hast Du mal Wolken, dann hast Du Mal Sonne, dann Hast Du Schatten die überm Tag wandert und was halt für solche Aufnahmen wirklich gemacht hat dass man Entweder wird in einem Gewächshaus arbeitet, was du komplett verdunkeln kannst.

00:12:46: Das heißt da werden Mechanismen gebaut die das Gewächsaus komplett abdunkelt.

00:12:50: für die Aufnahme dann wird mit künstlichem Licht gearbeitet Die Tulpe angeleuchtet, das Bild gemacht und danach geht das Gewechshaus wieder auf Und dann kann die Tulpe hier mit dem normalen Licht wachsen Und für die nächste Aufnahme geht das Gewächshaus wieder komplett zu.

00:13:02: Also kannst du dir vorstellen, dass ist ein Riesenaufwand.

00:13:05: Das sowas habe ich auch noch nie gemacht.

00:13:07: Ich seh mich heute...ich nehme immer noch sehr gerne Zeitraffer auf und mache auch gerne solche Projekte.

00:13:13: Aber ich sehe mich heute eher im Bereich der Entwicklung einfach und der Forschung, wie kann man diese Techniken weiterentwickeln?

00:13:20: Wie kann ich meine Software weiterentwicklen um halt diesen ganzen Zeitrafferfotografen weltweit das beste Werkzeug bieten zu können.

00:13:27: Also das ist so das wo ich damals gemerkt habe.

00:13:30: das macht mir wahnsinnig viel Spaß wahnsinnig viel Zeit auch in die Forschung und dieses alles irgendwie zu entwickeln gesteckt.

00:13:37: Und habe dann mich ja mit dieser Lösung, mit diesem LR Time-Lets dann selbstständig gemacht gemeinsam mit meiner Frau.

00:13:43: Das machen wir bis heute.

00:13:44: das ist eigentlich unser Haupteinkommen dass wir halt diese Software vertreiben.

00:13:50: ich entwickel sie auch immer noch selber und hab immer wieder neue Ideen einfach auf wenn ich selbst losgehe um meine eigenen Aufnahmen zu machen wie ich das ganze dann halt weiterentwickeln kann.

00:14:00: Und ich habe natürlich auch einen großen Kundenkreis, die dann halt auch andere Arten von Zeitrafern machen.

00:14:05: Zum Beispiel Baustellenzeitrafern.

00:14:06: Das ist was, das kommerziell von vielen Firmen angeboten wird.

00:14:10: Da kommt jemand und sagt, wenn ich hab hier ein Riesenprojekt, ich hätte davon gerne ein Zeitreffer wie dieses Hochhaus da entsteht.

00:14:16: Und da gibt es so einen kompletten Businesszweig der solche Baustellentzeitrafer anbietet mit den speziellen Kameras, die denn wetterfest sind?

00:14:23: Die dann das alles machen?

00:14:25: Auch die haben eine große Herausforderung Wechsel in der Belichtung und im Wetter, und in all dem.

00:14:34: Das heißt die brauchen ganz clevere... Filter letzten Endes, die ich dann in meiner Software habe.

00:14:39: Wo man halt nach Kontrasten, nach Farbstimmungen, nach Helligkeiten und so weiter halt all die Bilder, die eben nicht passend raus sortieren kann um dann hinterher ein möglichst glattes Ergebnis zu kriegen wo man über einen Jahr sieht wie so ein Wolkenkratzer hochgezogen wird.

00:14:54: Ich hab noch eine andere Frage uns in einem deiner Zeitraffer Projekte.

00:14:59: da saß aus als würde die Kamera ne kleine Kamerafahrt machen und ich hab mich gefragt Wie geht das denn?

00:15:06: Das ist natürlich auch eine spannende Geschichte, wo wir dann hinterher wieder bei diesem Thema lange Weile sind.

00:15:11: Weil das bringt dann auch noch mal eine Menge technische Herausforderungen in das Ganze rein.

00:15:19: Man stellt die Kamera auf einen Schlitten im Grunde genommen und dann ist es halt so dass diese Kamera oder dieser Schlitten so programmiert wird, dass die Kamera ein Bild macht und dann fährt sie halt ein Millimeterchen oder zwei und dann macht sie das nächste Bild und dann fahren Sie wieder.

00:15:34: also diese Bewegung.

00:15:35: In Echtzeit sieht man das kaum, aber dann halt über die Stunde in der wir es aufnehmen fährt ein Schlitten mit der Kamera einmal diese Schiene entlang.

00:15:44: Also dieser Slider muss gar nicht wahnsinnig groß sein.

00:15:46: also ich nutze meistens so achtzig Zentimeter oder Meter.

00:15:49: Das reicht schon aus!

00:15:50: In der Landschaftsfotografie möchtest du ja eigentlich sowieso relativ bodennah arbeiten mit deiner Kamera um den Vordergrund mit reinzunehmen und da reicht eine relativ kurze Bewegung um diese sogenannte Parallaxenverschiebung hinzukriegen.

00:16:04: Weil was nämlich passiert ist, wenn du die Kamera bewegst – es ist das Gleiche, was passiert, wenn wir als Mensch durch die Welt gehen so wie du jetzt vielleicht hier vom Rechnersitz mit dein Kopf bewegst dich immer ein klein bisschen.

00:16:15: Das ist eines der wichtigen Mechanismen, wie unser Gehirn und unsere Augen dreidimensionalität wahrnehmen Diese Bewegung dass sich ständig der Vordergrund so klein bisschen vom Hintergrund löst, sich gegen den Hintergrund verschiebt.

00:16:28: Das ist einer der ganz wichtigen Komponenten wie unser Gehirn eine Dreidimensionalität wahrnimmt.

00:16:33: Die andere Komponente sind die beiden Augen.

00:16:35: das wäre für drei D Fotografie wo zwei Linsen und so weiter.

00:16:39: das brauchen wir eigentlich alles gar nicht um diesen tiefen Effekt zu kriegen.

00:16:43: Denn in dem Moment, wo ich die Kamera bewege, löst sich der Vordergrund vom Hintergrund und man sieht die Tiefe der Szene.

00:16:49: Und das ist auch der Grund warum wenn man jetzt, sag ich mal Spielfilme sich anschaut... Die Kamera steht nie still!

00:16:56: Also in absoluten Ausnahmefällen, wenn der Regisseur wirklich ... Wenn er was ganz Bestimmtes aussagen will.

00:17:02: Dann steht die Kamera mal still.

00:17:03: Aber wenn du damals darauf achtest... Die Kamera steht eigentlich nie still.

00:17:06: Sie bewegt sich immer.

00:17:07: Entweder sie wird von Hand geführt oder sie ist auf dem Kran oder auf einer Drohne.

00:17:12: und das ist ein so wichtiges Element, was im Grunde genommen Film von der Fotografie unterscheidet und was den Betrachter in den Film reinzieht, dass wir als Zeitrafotografen dann sagen ja klar.

00:17:25: Wir wollen ja sind an dieser Schnittstelle wie du vorhin saßest zwischen Fotografie und Film.

00:17:30: aber warum sollen wir uns nicht diese tollen Werkzeuge die der Filmen bietet nämlich die Kamera zu bewegen und diese Bewegung in unser Foto zu bringen?

00:17:38: Weil das ist ja cool.

00:17:39: ich habe eben wieder dieses Harry Potter-Foto wo sich die Kamera bewegt und dann ist es nicht nur so dass die Wolken ziehen sondern auch so dass der Vordergrund sich vom Hintergrund löst und wir diese Tiefe bekommen.

00:17:49: Das ist das Faszinierende, aber es ist natürlich wieder mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden.

00:17:54: Wir haben wieder mehr Technik, die wir irgendwo auf dem Berg schleppen müssen um diese Aufnahme zu machen.

00:18:00: Und wir haben wieder mehrere Dinge, die schiefgehen können wenn wir so was angehen.

00:18:05: Also ich finde es hat sich absolut gelohnt.

00:18:07: Es ist mir total ins Auge gestochen dass das Video sich bewegt.

00:18:11: Das macht einfach einen riesigen Unterschied.

00:18:14: Und jetzt mal eine ganz leihenhafte Frage.

00:18:16: Was ist der Unterschied in der Arbeit, die für dich dahinter stecken würde zwischen Zeitraffer und Zeitlupe?

00:18:23: Also im Grunde genommen haben wir ja beim Zeitraffa vorhin gesagt, wir machen Fotos im Abstand von mehreren Sekunden – das ist das Intervall!

00:18:31: Wenn du jetzt von Zeitlupe sprichst, müssen wir dieses Intervall extrem kurz haben.

00:18:36: Das heißt, wir müssen ja im Grunde genommen... Also wenn das Intervalle bei Fotos, also beim Zeitraffer, sagen wir im Sekundenbereich liegt, dann liegt das Interval, wenn wir es wieder so nennen wollen, bei einem Video zum Beispiel bei einer dreißigste Sekunde, wenn man mit dreizig Bildern pro Sekunde das Video hinterher abspielen, was sage ich mal eine gängige Größe wäre?

00:18:55: Im Kinofilm sind es traditionell, vierundzwanzig Bilder pro Sekunder,

00:18:58: d.h.,

00:18:59: wir haben vierund zwanzig Mal pro Sekunde nimmt eine Kinokamera ein Foto auf.

00:19:05: Früher hatte man ja die Filmrollen und das waren dann halt genau vierundzwanzig pro Sekunden, die dann entstanden sind.

00:19:10: So wenn wir jetzt mit Zeitlupe arbeiten wollen müssen wir die noch schneller aufnehmen.

00:19:15: Das heißt wir sind dann bei den sogenannten High-Speed Kameras.

00:19:18: Die nehmen dann tausend Bilder pro Sekunder auf, die nehmen zehntausend hunderttausende Millionen Bilder pro sekunde auf gibt's alles Und dann kannst du halt so wirklich diese Abläufe die halt schnell sind, sehr langsam darstellen.

00:19:32: Weil du einfach so viele Bilder gemacht hast.

00:19:33: Aber bei dem Zeitraffer wollen wir ja langsamer abläufe, schnell darstellen.

00:19:38: also machen wir halt nur alle paar Sekunden ein Bild und schieben das dann hinterher für das Video wieder auf die dreißig oder vierundzwanzig Bilder pro Sekunde zusammen.

00:19:47: Zeitlupenfotografie ist im Grunde nochmal hinterher... Also wir haben hier eine Anzahl von Bildern mit denen wir arbeiten können Aber es ist natürlich von der Bearbeitung, würde ich sagen eine Zeitluppenfotografie kannst du einfach hinterher bekommst du hier ein Videoclip daraus und dann kannst Du einfach in dem Videoschnittprogramm bearbeiten.

00:20:05: Da hast Du nicht die Herausforderungen mit diesen sich ändernnden Lichtstimmungen.

00:20:08: Du hast keine Herausforderungen dass Deine Kamera mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen arbeitet.

00:20:14: Du hasst nicht diese Herausforderung das sogenannte Flicker was bei Zeitrafern entsteht.

00:20:18: Was hinterher dazu führt dass die Zeitrafer erstmal nicht unbedingt glatt aussehen sondern halt manche Bilder etwas heller, manche etwas dunkler sind.

00:20:26: und das liegt einfach daran dass wenn ich mit einer Fotokamera halt verschiedene Fotos hintereinander aufnehme da gewisse Toleranzen sind.

00:20:33: Die Fotokamerad ist ja nicht dafür gebaut wenn sie sage mal zehn Bilder hintereinander aufnimmt.

00:20:38: diese zehn Bilder müssen nicht exakt gleich hell sein.

00:20:40: Das spielt überhaupt keine Rolle, das merkst du in der Fotografie nicht nur beim Zeitraffer.

00:20:44: wenn du hinter die abspielst dann merkt man das.

00:20:47: und da hat man insbesondere auch am Anfang als ich damit angefangen habe mit dieser Thematik mich zu beschäftigen ein ganz starkes Problem mit diesen Flickern.

00:20:54: und da bin ich dann irgendwann draufgekommen dass lag an diesem Blendenlammeln wenn du die Kamera abblendest und die Blendenlamellen sich schließen im Objektiv dass die manchmal mechanisch hängen bleiben Ach.

00:21:06: Und das merkst du bei dem einzelnen Foto gar nicht, ob das jetzt müheller oder mühdumpfer ist.

00:21:11: aber wenn Du dann halt hinterher fünfhundert Bilder hast und Du spielst die ab und bei manchen Bildern zwischendrin hat sich die Lamelle nicht auf Blende acht geschlossen, sondern die ist halt irgendwo bei Blende seven comma eins hängen geblieben.

00:21:23: Dann ist das Bild halt heller was du dann da siehst plötzlich und dann springt es Und da gibt's dann halt eine Funktion dazu erkennen und dass wieder auf dieser raw file Basis über die Metadaten rauszurechnen so dass die Bilder dann hinterher alle komplett glatt sind.

00:21:36: Das war auch ein Problem Als ich damit angefangen habe, die paar Zeitrafferfotograten, die es da gab wirklich umgetrieben hat und wahnsinnig gemacht haben.

00:21:44: Weil keiner so richtig wusste warum passiert das?

00:21:46: Warum flickert das?

00:21:47: Und wie kriege ich das dann hinterher vor allem weg?

00:21:49: Das sind alles Herausforderungen, die du bei einer Zeitblutenphotografie nicht unbedingt hast.

00:21:53: Deswegen sind das unterschiedliche Disziplinen... Also ich hab jetzt keine High-Speed-Kamera, also das mach' ich nicht sondern Ich bin halt in dem anderen Extrem unterwegs.

00:22:03: Ja, was offenbar wirklich auch viele Probleme mit sich bringt!

00:22:06: Dann hast du aber gar nicht wie ich eingangs gesagt haben Speicherplatzprobleme?

00:22:10: Naja, nee, ich habe heute keinen Speicherplatzproblem.

00:22:13: Ich hab vier Terabyte CF Express Karten in meinen Kameras also von daher... ...ich hab kein Speicher-Platzproblem ja.

00:22:22: Aber es ist tatsächlich natürlich schon so, Schweicherplatz ist das eine.

00:22:27: Heutzutage ist das alles nicht mehr tragisch aber wenn wir jetzt wieder sagen mal zehn, zwölf, dreizehn, vierzehnt, fünfzehn Jahre zurückgehen und da haben wir zum Beispiel diese Afrika-Projekt gemacht haben, dann war das zum Beispiel ein Problem die ganzen Daten unterwegs überhaupt von den Speicherkarten runterzukriegen.

00:22:45: Also du musst dir vorstellen, du arbeitest mit drei Kameras.

00:22:47: Lässt ihr die Nacht durchlaufen?

00:22:49: Dann hast du vielleicht so fünftausend Auslösungen.

00:22:51: Damals waren die Broadarteien vielleicht sechzehn Megapixel weiß ich nicht mehr genau oder zwölf Megapixels also noch nicht so riesig wie heute.

00:22:58: und jetzt musst du aber gucken dass du die irgendwie auf deinen damals noch sehr langsames Notebook kriegst.

00:23:03: Du hast kein Strom weil du mit dem Auto unterwegs bist.

00:23:06: Du musst halt gucken, dass du eigentlich die Fahrzeugbatterie schwarz wird und sonst am nächsten Morgen nicht wieder loskommst.

00:23:12: Und die einzige Möglichkeit dein ganzes Equipment aufzuladen ist über die zwölf Volt des Autos also deinen Laptop deine Kamera Batterien Die sind ja auch alle leer.

00:23:21: dann am nächsten morgen die Batterien die müssen aufgeladen werden der laptop muss aufgeladen werden und du musst deine Bilder runterladen was er damals ewig gedauert hat.

00:23:29: irgendwie sagen wir mal, viertausend Bilder von der Nacht runter zu laden.

00:23:31: Das heißt es hat dann einer hinten im Auto gesessen während der Fahrt in der Zeit den Laptop betrieben.

00:23:37: Dann ist alles staubig.

00:23:39: das heißt du hast in diesem Auto wirklich auch nicht gerade die Bedingungen in denen du dein Laptob gerne betreiben willst weil er natürlich auch diesen ganzen Staub reinzieht tierisch heiß wird und du versuchst dann diese Bilder runterzusichern.

00:23:49: also das war damals schon eine Herausforderung.

00:23:51: dagegen ist dass heute Ich meine wir haben diese super schnellen Speicherkarten.

00:23:56: Wir haben super schnelle Leser, wir haben super Schnelle Notebooks.

00:23:59: Das ist aber zu Tage alles total entspannt im Vergleich.

00:24:02: Aber das war damals ein cooles Projekt und es hat Spaß gemacht.

00:24:05: Es hatte auch tatsächlich seine abenteuerlichen Seite.

00:24:09: Du hast jetzt gesagt dass Menschen die Großbaustellen gerne dokumentiert haben möchten Zeitraffa-Fotografen ansprechen oder buchen?

00:24:18: Wer braucht das noch?

00:24:19: Also wer würde dich noch engagieren?

00:24:21: Naja, also im Bereich der Naturfilme ist ja Zeitraffer eigentlich kaum wegzudenken.

00:24:28: Das wird ja ganz häufig für, sag ich mal so Übergänge oder dass man halt eben diese Verläufe zeigt.

00:24:34: in dem Bereich ist Zeitraffa schon... ewig eigentlich ein Mittel, dann halt auch natürlich in TV-Serien und Spielfilmen.

00:24:43: Also wo überall halt mal solche Übergänge sind.

00:24:46: Heute wird auch häufig zum Beispiel einen Drohenshot genommen um bestimmte Szenen voneinander abzugrenzen.

00:24:52: aber genau dafür werden halt auch gerne Zeitraffaug genommen.

00:24:54: also beispielsweise vielleicht ein relativ bekanntes Beispiel damals dieses Intro von House of Cards das war ja eine Serie damals mit Kevin Spacey die vor weiß ich ist jetzt schon wieder ein paar Jahre her.

00:25:06: erfolgreich war am Anfang.

00:25:07: Dieses Intro war relativ bekannt und das war halt auch einer meiner Kundennetzenden, die es halt gemacht hat und das lief dann vor jeder Folge und da war halt so ein Zeitraffer damals von dem... Ich weiß nicht mehr wo sie das gedreht haben in Chicago oder wo, ist auch schon länger hier aber.... Wenn man mal darauf achtet, sieht man das doch relativ häufig.

00:25:24: Ich muss aber auch sagen natürlich ich habe zum einen diese wirklich großen Unternehmen als Kunden die die Software einsetzen also auch z.B.

00:25:30: die NASA hat etliche Lizenzen.

00:25:32: die machen dann halt von ihrem ISS-Fotages wo die Kameras halt auch permanent irgendwas aufnehmen.

00:25:38: Machen sie dann zum Beispiel daraus Zeit trafert dass Material steht übrigens auch für die allgemeinen Nutzung frei verfügbar im Internet.

00:25:44: Also wer will sich für solche ISS Aufnahmen?

00:25:47: Die kann man den Hochauflösungen bei der NASA runterladen kostenfrei und kann dann auch selber versuchen, daraus eine eigenen Zeitraffer zusammenzubauen.

00:25:56: Aber meine Zielgruppe ist natürlich neben diesen großen Unternehmen halt vor allen Dingen auch privatern, wenn da die einfach... richtig Lust auf haben solche Projekte zu machen, also ganz viele Fotografen.

00:26:06: Weil es ergibt sich auch oft von selbst.

00:26:08: Also wenn ich zum Beispiel mache ja zwischendurch ab und zu mal Fotoreisen wo ich halt dann mit einer Gruppe unterwegs bin an irgendeinen schönen Ort zb.

00:26:15: Nordlichtreise, wo wir nach Norwegen sind.

00:26:18: da kommst du ja ohne Zeitraffer eigentlich automatisch hin.

00:26:21: Ja, weil jeder der da ein einzelnes Bild von so Nordlicht aufgenommen hat sagt dann ja das sieht schön aus aber irgendwie gibt es überhaupt nicht das Wieder was ich da empfunden habe.

00:26:30: Weil die Nordlichter leben ja von der Bewegung und dann liegt es ja total nahe zu sagen wir machen jetzt einen Zeitraffer.

00:26:37: Weil mit einem Video kriegst du es eigentlich auch nicht gut aufgenommen weil im Videomodus hatten wir ja vorhin die Kamera maximal eine dreißigste Sekunde belichten kann Und das ist oft zu dunkel, um diese Nordlichter aufzunehmen.

00:26:50: Und beim Zeitraffer verlängern wir die Belichtung.

00:26:52: Das heißt, wir machen dann keine Ahnung, sagen wir mal eine Sekunde und machen dann ein Intervall von zwei Sekunden.

00:26:57: Dann können wir da einfach laufen lassen und ein paar Hundert Bilder aufnehmen und dann sehen wir hinterher wie sich das Ganze entwickelt und die Bewegungen der Nordlichte.

00:27:05: Das heisst, die Leute kommen automatisch ob sie wollen oder nicht eigentlich... Von selbst was dahin und auf die Idee und sagen, okay lass doch einfach mehrere Bilder machen.

00:27:13: Und dann habe ich hinter die Bewegung so was stelle ich jetzt damit?

00:27:15: wie baue ich das zusammen?

00:27:17: Dann sage ja du kannst dir einfach das LATIME LIPS runter leiden.

00:27:20: da gibt es auch eine kostenlose Version.

00:27:22: bis vierhundert Bilder kann man das kostenlos nutzen und dann lädst du da deine vierhunderte Bilder rein und dann kannst du sie bearbeiten und kriegst halt ein Video raus.

00:27:31: Und heute ist es halt so, dass du nicht mehr unbedingt Leitungen dafür brauchst.

00:27:35: Also am besten funktioniert's natürlich wenn du Leitung nutzt weil dann kannst du im Leitung alle Bearbeitung nutzen die Leitung dir anbietet und die kannst du dann über sogenannte Keyframes halt animieren.

00:27:45: das heißt du markierst ja sich sagen wir mal in der Sequenz drei Bilder eins am Anfang eines in der Mitte eins am Ende mit einem Sternchen und Arbeit ist nur die drei Bilder unterschiedlich und das LATIME berechnet dann alle zwischen Bearbeitung dazwischen.

00:28:00: Das war auch so eine der zentralen Ideen, weshalb ich damals damit angefangen habe.

00:28:04: Vorher haben die Leute teilweise wirklich jedes einzelne Bild dann ganz leicht anders bearbeitet wenn sie solche Übergänge machen wollen und haben da eine Woche gesessen um das in Leitung hinzukriegen.

00:28:15: Und ich habe halt gesagt, Mensch.

00:28:16: Ich bin von Hause aus eher Programmierer als irgendwie da Stumpfregler zu ziehen und damit fing das eigentlich überhaupt an.

00:28:24: Und sie gesagt ja nicht, da programmiere ich mir jetzt mal was, was das berechnet!

00:28:27: Und heute ist es halt super einfach weil du wirklich diese Keyframes setzt und dann sagst okay, ich bearbeite das erst im... mittlere und das letzte Bild.

00:28:35: Und alles dazwischen wird halt automatisch die Bearbeitung berechnet, aber man braucht das Leitung nicht mehr unbedingt weil es gibt ja doch immer eine, die sagen ich möchte jetzt kein Adobe-Abo

00:28:44: usw.,

00:28:44: sondern du kannst es auch komplett im Elatime Netz mit ein bisschen eingeschränkten Bearbeitungsmöglichkeiten und trotzdem die Mechanismen, die der Adobe Raw Converter halt bietet, trotzdem nutzen.

00:28:56: Ja also ganz viele Privatnutzer um deine Frage zu beantworten!

00:29:00: Ja, und ich glaube also abgesehen davon dass deine Filme natürlich sehr beeindruckend sind spielt Musik auch keine ganz untergeordnete Rolle.

00:29:08: Möchtest du dazu mal was sagen?

00:29:11: ist natürlich das A und O, ob man jetzt einen Film guckt oder eine Serie guckt.

00:29:15: Das läuft so immer im Hintergrund.

00:29:17: Viele Leute achten da nicht direkt drauf aber wenn sie weg wäre würde man es total merken.

00:29:21: Ich denke du sprichst vielleicht auf das Northern Skies Video an was auch bei YouTube ist, die ich vor ein paar Jahren gemacht habe.

00:29:28: Das war damals von einer dieser Nordlichttourn tatsächlich schon etwas älter Und ich bin halt jemand, der eigentlich immer mit Musik aufgewachsen ist.

00:29:38: Also ich habe eine klassische Klavierausbildung irgendwann gehabt und hab mir dann die Tache selber beigebracht.

00:29:43: also ich bin ja auch immer so ein Hobby von mir das ich halt auch gerne mich mit Musik beschäftigen und sehr gerne Instruments spiele und habe auch früher viel am Computer dann so selber so ein bisschen rumkroduziert.

00:29:53: und dann habe ich gedacht naja okay wenn ich jetzt einen Film mache dann wäre es ja cool mal nicht dieses Stock Musik von irgendwelchen Plattformen runter zu laden, sondern dann halt auch versuchen irgendwo so die eigenen Emotionen mit einer eigenen Musik dann zu transportieren und hab mich dann einfach ans Klavier gesetzt.

00:30:07: Hab da halt ein bisschen was vor mich hin improvisiert.

00:30:09: Habe das dann auch so genommen?

00:30:11: Hab es in den Rechner geladen und habe dann gedacht okay nee aber Klavierlein ist doch doof!

00:30:17: Da müsste vielleicht noch einen Shallow dazu, weil jetzt finde ich diese Kombination immer mega cool.

00:30:22: Ja und dann habe ich, weil ich kein Shallow spielte hat einfach so ein Synthesizer-Shallow halt genommen.

00:30:28: Und irgendwann wirklich das war zwei Jahre später schrieb mich dann eine Musiker von den Berliner Philharmonikern an und sagte, mein tolles Video hast du da?

00:30:39: Die Musik ist auch schön aber das Shallow geht echt mal gar nicht!

00:30:42: Ich sage ja Mensch, ich weiß, ich weiss!

00:30:47: Dann sagte er ja was hältst du davon?

00:30:49: Ich spiele dir das ein richtig Und ich sage, mega!

00:30:54: Ja.

00:30:54: Wie wollen wir das machen?

00:30:55: Das war dann zu der Corona-Zeit und er sagte ja, ich habe hier im Moment eh nicht so viel zu tun als Berufsmusiker.

00:31:01: Ich komme nach Hamburg.

00:31:02: Wir kommen zu dir.

00:31:03: Wir machen das

00:31:04: zusammen.".

00:31:04: Ich sag, wow wie cool ist das

00:31:06: denn?".

00:31:06: Dann kehrte er mit seinem Instrument und er sagt, es kostet hundertfünfzigtausend Euro dieses Schello.

00:31:11: Er sagt, dass es nicht seins sondern das ist halt auch gemietet oder so... Und dann kamen wir da vorbei Und ich habe, glaube ich, über meinem Leben noch nie so Gänsehaut gehabt als er sich dahin gesetzt hat.

00:31:22: Ich hatte ihn vorher versucht aus meinem Programm da so Notenpartitur rauszusuchen und so, der sich da wirklich hinge setzt und hat das vom Blatt abgespielt diesen Part... ...und ich saß daneben und das ist so wow!

00:31:34: Das ist nochmal der Unterschied zwischen dem... Hobbymusiker und im Berufsmusiker.

00:31:39: Und das war so ein cooler Moment, wir haben es

00:31:42: aufgenommen.".

00:31:42: Und er sagte da, ah ja, das müssen wir unbedingt noch mal machen.

00:31:45: Das war überhaupt nicht so gut und so.

00:31:46: Was?

00:31:46: Es war der Hammer!

00:31:50: Genau.

00:31:50: Danach habe ich das Video nochmal neu hochgeladen, vielleicht können wir uns in den Schornots verlinken... Ich finde also dieses Cello ist so der Oberhammer hinterher, was eher eingespielt hat dagegen die alte Version, kannst du total knicken.

00:32:03: Ja, das war ein tolles Erlebnis.

00:32:04: Das ist ja auch immer das, was mir so viel Spaß macht mit den Leuten zu interagieren und dieses Feedback zu kriegen.

00:32:10: Es passiert mir schon öfter, wenn ich hier zum Beispiel auf Tenerife nachts mal auf dem Berg fahre um Zeitraffer aufzunehmen... ...und dann ist es irgendwie morgens um sich drei Uhr.

00:32:21: Und dann bin ich da aufm Parkplatz und packe aus und schnackt da vielleicht noch jemanden, der daneben steht auf Englisch an und sage, wie wars oder was weiß ich?

00:32:30: Dann sagt er Gunther!

00:32:31: Und er hat sich nur von der Stimme erkannt im Dunkeln.

00:32:34: Er sagte, ich kenne alle deine Videos!

00:32:36: Das ist halt so eine kleine Community die Zeit drauf auf Fotografen.

00:32:40: Aber sowas macht natürlich dann Spaß ja.

00:32:42: Da freut man sich natürlich wenn man auch einen Feedback hat.

00:32:46: Denn das ist schon schön.

00:32:47: Ja

00:32:47: klar aber jetzt sagst du Community und wir kommen leider auch schon langsam ein bisschen zum Ende.

00:32:52: Magst du mal Menschen die jetzt neu anfangen wollen?

00:32:55: Ein Rat geben was sie sich anschaffen sollen um durch zu starten?

00:32:59: Also eigentlich braucht man sich gar nichts anzuschaffen, wenn man eine Kamera hat und ich gehe davon aus dass jeder der den Fotografie Podcast hier hört das sie eine Kamera haben also am besten eine Systemkamera die entweder eine eingebaute Intervallfunktionen hat wo man einfach sagen kann.

00:33:13: komm mach mal alle drei Sekunden alle vier Sekunden im Bild.

00:33:16: damit kann man starten.

00:33:17: besser ist es dann hinterher.

00:33:18: man hatten einen externen Auslöser.

00:33:20: da ist ein bisschen flexibler ist die Kamera nicht ganz so blockiert, diese internen Auslöse haben ihre Nachteile.

00:33:28: Aber da braucht man sich am Anfang nicht drum kümmern und kann erst mal mitstarten.

00:33:32: Und wenn man solche einfach Motive hat, die tagsüber funktionieren ohne große Änderungen in der Belichtung... oder zum Beispiel auch Motive wie Nordlichter, da bietet sich es an.

00:33:42: Da ändert sich an der Belichtung eigentlich auch nichts.

00:33:44: Das stellt man die Kamera einmal ein und dann lässt man sie ja dann halt das aufnehmen.

00:33:48: Man muss es auch gar nicht um das vielleicht noch einmal zu erklären.

00:33:51: Vielleicht haben sich die einen oder anderen jetzt gefragt Warum mache ich das überhaupt im M-Modus?

00:33:56: Und stellt dann so kompliziert die Kamera nach.

00:33:58: warum lassen wir die Kamera nicht einfach im A-Modus plus ISO Automatik durchlaufen?

00:34:02: Dann würde die aus einem Sonnenuntergang mit ihrer Automatik versuchen abzudecken.

00:34:08: Heute besser als früher, weil die Automatiken besser geworden sind.

00:34:11: Man in dieser ISO-Automatik gewisse Grenzen einstellen kann aber man hat da trotzdem immer noch Einschränkungen.

00:34:17: also kann man sich vielleicht vorstellen dass die Kamera nicht unbedingt weiß wie lang das Intervalle ist und dann vielleicht die Belichtungszeiten zu lang macht, das wäre dann doof wenn die Kamera sechs Sekunden belichtet.

00:34:28: Ich habe ein Intervall von fünf Sekunden, dann würde ja jede zweite Belichtung dann ausfallen und solche Dinge.

00:34:33: aber das sind alles schon Details die jetzt für den Einsteiger gar nicht relevant sind.

00:34:37: also ich würd sagen wenn da jemand einfach überhaupt einen Spaß dran finden will Kamera auf ein Stativ stellen, bitte ein stabiles Stativ.

00:34:43: Das kann man ja gar nicht oft genug sagen.

00:34:46: Weil während bei einem einzelnen Bild ist es ärgerlich wenn das verwackelt ist kannst du noch mal machen aber beim Zeitrafford läuft dann halt eine halbe Stunde und wenn dann zwischendurch einen Windstoß kommt um das Stativ wackelt dann ist die ganze Aufnahme für die Katze.

00:34:59: also ein stabile Stativ von der Kamera ist das was du brauchst und stellst du da deine Intervallfunktion ein lässt sie erst einmal im A-Modus mit ISO automatik laufen wenn sich irgendwas ändert ein gutes Ergebnis.

00:35:11: Man kann das hinterher immer noch weiterentwickeln, die Technik und die ganzen Infos dafür findet der oder diejenige dann natürlich auch bei mir auf den Webseiten.

00:35:18: Ich habe da Zicht-Tutorials wie man das macht von der Aufnahme bis zur Bearbeitung.

00:35:24: Man kan sich das Elatimelapse wie gesagt kostenlos runterladen, kann da mit anfangen... kriegt dann tolle Ergebnisse und hoffentlich die Motivation weiterzumachen.

00:35:33: Ich habe ja auch E-Book geschrieben, was halt wirklich von Anfang bis Ende des komplette... Alles das, was ich in den letzten fünfzehn Jahren über Zeitraffer gelernt hab, da kommen dann auch so Sachen wie diese Slider vor, was braucht man?

00:35:44: Was braucht man nicht?

00:35:45: Das gibt es halt auch auf Deutsch und auf Englisch und auch in anderen Sprachen.

00:35:49: also das findet man auch auf AllerTimeLabs.com.

00:35:52: Ich versuch die Leute an die Hand zu nehmen.

00:35:53: Mir geht es gar nicht primär nur um Lizenzen verkaufen oder sonst irgendwas, sondern ich habe immer gesagt das ist als Community-Projekt damals gestartet und das soll auch weiterhin ein Communityprojekt sein.

00:36:03: Es gibt einen Benutzerforum auch wo sich die Leute rege austauschen und klar wenn irgendjemand hinterher weitergehen will und sagt Mensch das ist jetzt zu meinem Hobby geworden dann freue ich mich wenn er den Lizenz kauft.

00:36:14: aber das ist gar nicht so mein erster Gedanke sondern ich möchte eigentlich gerne dass diese faszinierende Spielart der was es dann doch letztendlich für mich immer noch Fotografie ist, bei den Leuten ankommt und die Leute Freude dran haben.

00:36:28: Super!

00:36:29: Das ist ein wunderbares Schlusswort.

00:36:31: ich danke dir sehr Gunther und ich werde euch da draußen natürlich alles was du eben genannt hast in den Shownotes noch verlinken.

00:36:38: Danke dass du dein Wissen geteilt hast und an dieser Stelle muss ich mich leider schon wieder verabschieden.

00:36:42: Mach's gut!

00:36:44: Ja sehr gerne.

00:36:45: vielen Dank auch von mir für das Interesse an dem Thema und würde mich freuen wenn wir uns mal wieder sehen.

00:36:51: Das war Klick um Flesch.

00:36:53: Schickt uns gerne euer Feedback, ein Fotopodcast at heise.de.

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